Die Burghauser Schauspielakademie Athanor ist mit ihrer Inszenierung des modernen Dramenklassikers „Warten auf Godot“ von der Kritik gefeiert worden. „Die Kreativität wird durch die Notwendigkeit an Strenge und Deutlichkeit potenziert“, schrieb eine Bukarester Zeitung. Nach einem umjubelten Gastspiel in der rumänischen Heimat des Regisseurs David Esrig ist die Inszenierung jetzt wieder in der Region zu sehen. Am 24. Februar um 19.30 Uhr spielt das Athanor-Ensemble Samuel Becketts berühmtestes Werk im Kubinsaal im oberösterreichischen Schärding. Karten an der Abendkasse. rmr 20-Feb 2007
Burghauser Akademieleiter Prof. David Esrig mit „Warten auf Godot“ in Bukarest gefeiert - Ehrenbürgerwürde
David Esrig eröffnete mit Burghauser Schauspiel-Absolventen und Becketts „Warten auf Godot“ ein innovatives Theater in seiner Heimat Rumänien. Der Erfolg ist eine kleine Wiedergutmachung für die erlittenen Schikanen während der Diktatur Nikolae Ceausescus.
Die Reaktionen waren nahezu hymnisch: „Die existentielle Analyse, die David Esrig bei Becketts Stück ,Warten auf Godot‘ angewandt hat, zeigt den großen Unterschied zwischen seiner Inszenierung und den drei rumänischen. Wie schematisch erscheinen mir diese drei verglichen mit der unglaublichen menschlichen Alchemie, die sich in der Aufführung des Athanor-Theaters zeigt. Die Schauspieler, eine multinationale Gruppe, scheinen von einem anderen Planeten zu sein. Warum? Weil ihre Motivationen geladen sind mit einer Lebensphilosophie entfesselter neuer Energien auf der Ebene eines doppelten Gewebes: biblisch und alltäglich, sakral und profan.“ Dieser Auszug aus einer Kritik der Bukarester Tageszeitung „Tricolorul“ ist eine von mehreren begeisterten Besprechungen, in denen rumänische Medien über Esrigs modernes Mysterienspiel berichten.
Vom Un-Bürger zum Ehrenbürger
Jeder Künstler freut sich, wenn die Rezeption seine Arbeit anerkennt. In Esrigs Fall geht die Ehrerbietung jedoch über Goutierung weit hinaus, sie hat politische Signalwirkung: Schon einmal hatte der 71-jährige Leiter der Burghauser Athanor-Akademie seine Interpretation von Becketts Werk in Bukarest zeigen wollen. Das war 1970 während der Diktatur Nikolae Ceausescus und die Zensur verbot die Aufführung zehn Tage vor der Premiere. „Das ist mir damals mehrmals passiert“, erzählt der ehemalige Schauspieldirektor des Nationaltheaters Bukarest. 36 Jahre später und passend zum 100. Geburtstag des irischen Nobelpreisträgers wurde jetzt mit Esrigs „Godot“ in der rumänischen Hauptstadt ein neues innovatives Theater, das „Metropolis“, eröffnet. Mit Worten ließe sich so trefflich nicht beschreiben, dass sich die Zeiten geändert haben.
Außerdem wurde Esrig zum Ehrenbürger Bukarests ernannt. „Das war eine Überraschung, aber eine sehr rührende“, kommentiert Esrig. Nachdem ihm während der Diktatur seine Staatsbürgerschaft aberkannt worden war, ist dieser Titel für ihn eine „Wiedereinbürgerung auf der Ebene der Ehre“ und ein Beweis, dass die langen Kämpfe, die in manchen Momenten so hoffnungslos erschienen, nicht umsonst gewesen sind. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Das Warten hat sich gelohnt.“ Wenn man Geduld und ein großes Herz habe, sei Europa ein wunderbarer Ort. „Wenn man das nicht hat, muss man auswandern auf einen anderen Kontinent.“
An der Theateruniversität, an der er einst selbst unterrichtete und die ihn jetzt einlud, wurde ihm und seinem Theaterwerk die Veranstaltung „David Esrig und die rumänische Avantgarde“, die Teil eines einschlägigen Forschungsprojekts ist, gewidmet. „Man hat meinen Namen neben dem von Tristan Tzara genannt. Das ist eine sehr große Ehre“, sagt er. Tzara zählt zu den Dadaisten und war neben Hans Arp und Hugo Ball Mitglied im berühmten „Cabaret Voltaire“. Außerdem unterrichtete Esrig zwei Wochen lang 300 junge Schauspieler in einem Workshop. „Ihre geistige Wachsamkeit hat mich tief beeindruckt“, urteilt er.
Sie sind ein Grund, weshalb Esrigs Skepsis gegenüber dem rumänischen Kulturbetrieb - „Gewisse ,postrevolutionäre Gesichter‘ sind noch immer die bestimmenden Leute, die ich schon vor 35 Jahren kannte“ - etwas aufgehoben ist. Außerdem: „Zum ersten Mal seit Jahrzehnten fühle ich mich wieder in dieser Theaterlandschaft integriert.“
Im Programm zur Kulturhauptstadt
Deren fester Bestandteil wird er künftig bleiben: In nächster Zeit will er mit Kollegen wie Dieter Dorn und Frank Castorf sprechen, um den Austausch zwischen deutschen und rumänischen Künstlern zu fördern. Er selbst wird unter anderem einen Theaterwettbewerb leiten und 2007 mit Dozenten von der Athanor-Akademie einen Workshop in der Kulturhauptstadt Herrmannstadt als Teil des offiziellen Programms abhalten. Thema: Rumänische Avantgardisten wie Paul Celan.
„In der Vergangenheit haben sie eine geistreiche Brücke zu Rest-Europa gebildet. Ihre Texte werden den Rumänen nach so vielen Jahren der Isolierung und Diktatur ihre Zugehörigkeit wieder bewusst machen“, meint Esrig. Sein Ansatz kommt zum historisch richtigen Zeitpunkt: Am 1. Januar wird Rumänien Mitglied der Europäischen Union.
Alexandra Kournioti
/PNP 21.12.2006
Athanor spielt vom 5. bis 8. November in der Freundlhalle und dann in Bukarest
Burghausen (red). Das neue Metropolis Theater in Bukarest eröffnet am 17. November seine erste Spielzeit mit „Warten auf Godot“. Das Ensemble des Athanor Theater spielt in der rumänischen Hauptstadt fünf Aufführungen, und Professor Esrig wird mit rumänischen Schauspielern einen 14-tägigen Workshop abhalten.
Die Athanor Schauspieler sind nach ihrer letzten „Godot“- Aufführung vier Tage lang Gäste des Oberbürgermeisters von Bukarest und haben Gelegenheit, sich interessante Aufführungen anzusehen und die Stadt zu erkunden. Allein in Bukarest gibt es, mit dem neuen Metropolis Theater, 28 städtische Bühnen. Für dieses Gastspiel wurde die Aufführung gekürzt und neu eingerichtet, da, nach altem griechischen Vorbild, das Bühnenbild in einer rund angelegten Arena stehen wird. Auch in Burghausen erlebt das Publikum „Godot" von allen Seiten, was dem Stück von Beckett eine ganz neue Dimension gibt.
Spieltermine in Burghausen: 5., 6., 7. und 8. November, jeweils 19.30 Uhr, Athanor Theater in der Freundlhalle, Tittmoningerstr 17. Reservierungen: Tel. 08677/9111 54, Vorverkauf: Bürgerhaus: Tel. 08677/974011, Tourist-Info Burghausen: Tel. 08677/887140, Reisebüro Kaleta, Burgkirchen, Tel. 08679/969993.
(c) PNP 28. Oktober 2006
Athanor: „Warten auf Godot“ in Burghausen
Klänge das Wort „beckettesk“ nicht so absonderlich, es wäre wohl ein Lieblingsbegriff der Intellektuellen - als griffige Vokabel für ein Theater, so schwarz und ausweglos wie ein Kafka-Text, aber gewendet ins sprichwörtlich Absurde. Doch nicht das Theater ist absurd, sondern der Mensch in seiner Erbärmlichkeit. Ansichtssache, ob er dafür Mitleid, Verachtung oder Gelächter verdient. Mit dieser existenziellen Wendung von Samuel Becketts Drama „Warten auf Godot“ ist dem Athanor Theater am Freitag in Burghausen ein radikaler, brutaler und brillanter Abend gelungen. Die Kreatur steht gekrümmt, die Glieder verkrampft, wie gelähmt. Sie zappelt, spricht nicht, brabbelt. Mühsam nur findet sie zur Sprache, der Leib führt ein Eigenleben, gedrückt unter der Last einer Welt, der jeder Sinn abhanden gekommen ist. Sie wäre vielleicht zu ertragen, gäbe es nicht die quälende Hoffnung auf Rettung. Die Hoffnung der beiden Männer Estragon und Vladimir heißt Godot, die Qual heißt Warten. Er muss kommen, doch stimmt der Ort, der Tag, sein Name? Er hat Erlösung nie versprochen, die Männer haben sie nie erbeten.
Es ist ein extrem körperliches, unmittelbares, groß ausgespieltes Theater, das Regisseur David Esrig, Leiter der Burghauser Schauspielakademie und ehemaliger Schauspieldirektor am Nationaltheater Bukarest, auf die Bühne stellt. Kein Wort-Jonglage-Beckett, sondern drei Stunden Sinnlichkeit, die einen anspringt, bis es weh tut. Wie oft gelingt das im Theater? Statt Rettung drei Stunden Konversation, Aggression, verzweifelte Zufriedenheit, Demütigung und - mit am schlimmsten - Sport. „Wir sind ständig am machen, damit wir nicht denken müssen.“ Die Menschen kreisen um sich selbst auf der Drehbühne mit den zu einem windschiefen Dreieck angeordneten Laufstegen, die mit Schuhen gepflastert sind. Man muss nicht ans KZ denken, um dieses Überbleibsel einer Menschheit bedrückend zu empfinden. Die Welt dreht sich weiter, es geht vorwärts, zurück zum Anfang. Und dem wohnt bestimmt kein Zauber inne.
Was die Darsteller leisten, nötigt nicht mehr zu Respekt, sondern zu Hochachtung, es ist ein Konzentrat an Schauspielerei: Peter Papakostidis ist als Estragon eine Wucht. Mit einem Blick, einer Geste fesselt er. Unter seiner Resthumanität lodert der Hass, vom Mitleidenden wird er zum Voyeur und Täter. Der Vladimir von Mirkus Hahn mimt den rationalen Moralisten, der sich erschüttert von Gewalt abwendet, später aber seine Lust daran in masochistischen Spielen auslebt. Pozzo (Daniel Christensen) ist ein kraftmeiernder, selbstherrlicher Sadist, ein Herr, der erbärmlicher Knecht seines Knechtes Lucky ist. Manfred Antesberger gibt ihn als grinsende, sabbernde lebende Leiche, die schweigt, taumelt, grausig tanzt und noch grausiger denkt. Der Strick um den Hals ist sein letzter Halt. Bei der Masse an herausragend genau choreografierter Gewalt ist es wohl als Zugeständnis ans Publikum zu verstehen, dass David Esrig den zweiten Teil mit etlichen erheiternden Regiepointen versehen hat. Künstlerisch nötig ist es nicht, dieses wiederholte Gestolper, diese einfachen Lacher: Einer setzt den Hut auf. „Steht er mir?“ „Weiß nicht“, sagt der andere und blickt ihm aufs Geschlecht. Das Publikum nimmt’s mit Dankbarkeit, es hat genug zu durchfühlen und zu denken an diesem Abend:Ist Godot Gott? Oder nur der irrationale Funke Hoffnung auf einen Sinn? Ist Gott tot? Der Sinn verloren? Ihre immer nur latente Anwesenheit ist die wahre Katastrophe des Menschen bei Beckett. Das Stück hat im Tiefsten berührt. Bravi, Blumen, Applaus und kein Ende.
Raimund Meisenberger
PNP 15. Mai 2006. Foto: Willmerdinger
Athanor-Akademie ehrte den irischen Schriftsteller und Nobelpreisträger
Burghausen. Samuel Beckett war ein begeisterter Museumsgänger. Während seines sechsmonatigen Aufenthalts in Deutschland 1936/37 besuchte er insbesondere in Berlin fast täglich mindestens eine Ausstellungsstätte. Derlei Privates verlasen Studenten und Absolventen der Athanor-Akademie in einer Hommage an den irischen Nobelpreisträger.
"Lieber Samuel Beckett" lautete der Titel dieser kompakten Veranstaltung, mit der die Athanors den gebürtigen Dubliner anlässlich seines 100. Geburtstages geehrt haben. In drei Räumen der Freundlhalle wurden im Rahmen von acht Beiträgen Leben und Werk jenes Mannes beleuchtet, dessen Nachnahmen fast immer in einem Atemzug mit seinem berühmtesten Stück"Warten auf Godot" erwähnt wird. Dass Beckett jedoch auch nahezu alle anderen literarischen Gattungen neben dem Drama beherrschte, wurde während der szenischen Lesung deutlich.
Ausschnitte aus seinen Romanen "Murphy" und "Malone stirbt" wechselten Hörspiele ab, die Beckett einst für die BBC produzierte: "Aschenglut" und vor allem "Dante und der Hummer" stellten mit ihrem artifiziellen Aberwitz eine interpretatorische Herausforderung für die Studenten dar, die diesen Humor, aber ohne zu verflachen meisterten. Vom zweiten bis zum vierten Jahrgang hatte Dozentin Gisela Werner, die das Programm seit Monaten mit Blick auf die literaturhistorischen Zusammenhänge, aber auch mit Liebe zum biographischen Detail vorbereitet hatte, alle eingebunden.
In einer Szene aus "Mercier und Camier", einem Vorläufer von "Warten auf Godot", veranschaulichten die Absolventen Mirkus Hahn und Peter Papakostidis, wie viel Freiraum zu Situationskomik die Dialoge Becketts gewähren und wie viel lebensnahe Philosophie die vermeintlich banalen Stichomythien enthalten. Letzteres kam besonders gut in einer Tonschleife zum Ausdruck: Im fast dunklen Raum lauschten die Zuschauer Auserwähltem aus Becketts Werk und Tagebüchern. Da keine Darstellung auf der Bühne "ablenkte", offenbarte sich bei der Konzentration auf das akustische Material Becketts visionäres Potenzial, das in den einzelnen Sätzen steckt. Letztere haben die Güte von Aphorismen und sind auseinander genommen gar nicht mehr so kryptisch wie ihr Ruf, sondern machen den überdauernden Wert seiner Texte aus.
Dies zu unterstreichen, ist den Athanors auf niveauvolle Art gelungen. Dass insbesondere am Nachmittag - es gab zwei jeweils dreieinhalbstündige Durchläufe - zahlreich Zuschauer ins Theater der Akademie kamen , hat Werner zusätzlich gefreut, denn: "Die meisten Leute sind standhaft geblieben und haben sich alles angesehen."
Andrea Kourrnioti
(c) PNP Mai 2006
Die Inszenierung von Samuel Becketts „Warten auf Godot“ des Burghauser Athanor Theaters ist zum internationalen Theaterfestival in Hermannstadt eingeladen. Gespielt wird zwischen dem 30. Mai und 6. Juni. Die Aufführungen in Burghausen am 25. und 26. Mai entfallen, die Termine am 23. und 24. Mai finden statt.
David Esrig über seine Begegnung mit Samuel Beckett
Die Diktatur Nicolae Ceaucescus schlug wieder zu: Zehn Tage vor der Premiere verbot die rumänische Zensur 1970 in Bukarest die Aufführung von Samuel Becketts „Warten auf Godot“. Regie führte ein gewisser David Esrig, später Schauspieldirektor am Nationaltheater Bukarest, nationaler Kulturpreisträger, heute Leiter der Schauspielakademie Athanor in Burghausen. 1967 lernte er Beckett, der am 13. April 100 Jahre alt geworden wäre, persönlich kennen. David Esrig erinnert sich an den Menschen Beckett - und an sein Anliegen:
„Was bleibt von einem Menschen, wenn ihm nur die Existenz geblieben ist“, fragt Philosoph und Theologe Jean Onimus. Alles ist weg: Familie, Heimat, Hoffnungen, Sorgen, es gibt keine Zukunft, es gibt nichts zu tun, es gibt niemanden mehr. Was bleibt übrig, wenn man alles, außer dem nackten Dasein, verloren hat? Worte. Ein letztes Gebrabbel, knapp vor der Stille? Der entfesselte Monolog der Ängste? Aber ist das, was da redet, noch ein Mensch? Dieser Abfall in einer Mülltonne, ist das noch ein Mensch? Kaum. Aber es redet. Wozu aber sich das noch anhören? Warum sollen wir, aktive Leute, beschäftigt zu leben, diesem stotternden Gemisch von Worten, Lachen, Schreien überhaupt noch zuhören? Was hat das noch gemein mit den nützlichen Begriffen unseres Alltags?
Paradoxerweise könnte das Gemurmel eines verkrüppelten Penners im Todeskampf den wesentlichen Wahrheiten näher kommen - jenen, die man nicht nennt, weil es sich nicht schickt, sie zu nennen. Nämlich, dass unser Leben eigentlich Unwissen, Angst und Beschränktheit ist. Das ist für mich das Beckett’sche Thema. Diese Sicht ist brutal und brutal notwendig. Und so, weil alles bis „zum Äußersten“ getrieben ist, wird diese tragische Thematik letztlich irrsinnig komisch. Buster Keaton grüßt aus den Wolken. Das Leben wird immer wieder zu einer Art Slapstick-Übung, die durch den Anspruch auf eine besondere Bedeutung, die der Mensch sich zuschreibt, so außerordentlich lächerlich wirkt. Wir sind bei weitem nicht so wichtig, wie wir es uns einbilden wollen. Der Kosmos braucht uns bestimmt nicht. So wollen wir Beckett auch spielen. Unmittelbar und brutal.
1967 hatte ich die Chance, in Berlin, in einem kleinen Biergarten in der Nähe des Schiller-Theaters stundenlang mit Beckett über „Warten auf Godot“ zu reden, das ich gerade in Bukarest probte. So gut ich konnte, spielte ich ihm ganze Szenen vor und er lachte manchmal, wie ich noch niemanden lachen hörte. Frei, total, wie ein Kind. Ein glückliches Lachen. Gewiss, ich konnte ihm kein Geständnis bezüglich der Deutung irgend eines der Symbole des Stückes entlocken. Es war auch nicht nötig. Die Freiheit, die er mir ließ, war so ermutigend, und der Geist seines Zuhörens, seiner Fragen und Bemerkungen war so echt, so wild lebendig unter der Feinheit seiner Äußerungen, dass es mich in jenen Enthusiasmus versetzte, der allein glühende Motivation erwecken kann. Er sagte mir, er würde gerne zur Premiere kommen. Ich solle ihm schreiben. Kurz darauf wurde mir die Aufführung verboten. Es gab keine Premiere und kein Wiedersehen.
08-April 2006 - Passauer Neue Presse (Feuilleton)
Burghauser Schauspielakademie Athanor inszeniert „Warten auf Godot“ - Premiere am 12. Mai
Ein brutaler, komischer, tragischer Godot soll es werden, kein Schulstück des Absurden Theaters, wo verlorene Seelen depressiv herummonologisieren. 36 Jahre nach dem Verbot seiner Inszenierung von „Warten auf Godot“ durch die Zensur in Rumänien bringt David Esrig, Leiter der Schauspielakademie Athanor, das berühmteste Drama Samuel Becketts (1906 - 1989) in Burghausen auf die Bühne - „mitten in eine Welt, die eine solche ätzende Ernüchterung dringend braucht“ (Termine im Artikel).
„Neben Kafka hat keiner so eine wahnsinnige Literatur geschrieben“, schwärmt Esrig, der für seine Inszenierung fünf junge Absolventen der Akademie nach Burghausen zurückholt: Peter Papakostidis als Estragon, Mirkus Hahn als Vladimir, Daniel Christensen als Pozzo, Manfred Antesberger als Lucky und Nikolas Boitsos als Junge. Das Ensemble soll am 12. Mai einen „existenziellen“ Beckett auf die Bühne stellen, in dem die Clownerie nicht die fundamentalen Konflikte überdeckt. Zwei Menschen warten auf einen, der nie kommt, dessen Wesen in beklemmender Abwesenheit besteht. „Beckett sagt: Godot ist nicht Gott. Aber bitte - im Stück ist das so“, meint Esrig. Das Fehlen Gottes ist weit mehr als Atheismus. Denn der Ungläubige wartet nicht, hofft nicht auf ihn.
„Beckett ist das sakrale Theater von heute. Es geht um Mensch, Gott, Erlösung. Beckett war sehr religiös erzogen“. In David Esrig ist die Begeisterung spürbar, wenn er vom Nobelpreisträger des Jahres 1969 spricht. Zwei Jahre vor dieser Ehrung Becketts war David Esrig als hoch geschätzter rumänischer Regisseur beim Intendanten des Berliner Schiller-Theaters eingeladen. An einem schwarzen Brett sah er zufällig den Aushang. „Probe: Das letzte Band von Samuel Beckett. Regie: Samuel Beckett.“ Das Inszenierungsangebot des Theaters lehnte Esrig ab, doch er bat, „diesen Menschen eine halbe Stunde bei der Probe erleben zu können“. Sekunden später hatte er einen Hörer in der Hand, Becketts Stimme im Ohr. „Wissen Sie“, gibt Esrig Becketts Worte wieder, „ich weiß nicht, ob es gut ist, was die Schauspieler machen. Ich bin kein Regisseur. Hätte ich in den Proben einen Berufsregisseur hinter mir, dann würde ich mich schämen.“ Statt in der Probe trafen sie sich im Biergarten (siehe Gastbeitrag oben). „Er hat mich ausgefragt über das Theater in Rumänien mit einer Penetranz, die ich diesem scheuen Mann nicht zugetraut hätte.“ Beckett habe gefragt: „Haben Sie meine Bücher?“ - „Wie sollte ich ihre Bücher haben? Sie sind Feind der Regierung in Rumänien.“ Zurück in der Heimat bekam Esrig ein Paket aus Paris, das der Zensur entgangen war. Becketts Werk war angekommen im Kopf eines Regisseurs in Bukarest. Er hat es lange in sich getragen. Jetzt setzt er es wieder in die Welt.
PNP 8.4.06 Raimund Meisenberger
David Esrig und die Athanor Akademie Burghausen mit einer öffentlichen Probe von "Warten auf Godot" am Donnerstag (6.4.) im Literaturhaus
Von Marisa Langer
07.04.06 Als David Esrig „Warten auf Godot“ das erste Mal gelesen hatte, war das Werk in Rumänien strengstens verboten und unterlag der Zensur. Samuel Beckett galt im totalitären Staat als dekadent. Esrigs damalige Motive, das Stück zu inszenieren, unter anderem in seiner politischen Brisanz: Man konnte die rumänische Diktatur damit trefflich provozieren. - Der rumänische Theaterregisseur David Esrig inszeniert "Warten auf Godot" anlässlich des hundertsten Geburtstags des Autors am 13. April 2006. Am Donnerstag (6.4.), dem Beckett-Tag des Netzwerks der Literaturhäuser, war er mit seiner Athanor Akademie Burghausen zu Gast im Literaturhaus Salzburg.
David Esrig traf Beckett einst Berlin und hat ihn über das Stück ausgefragt. Daher war beim Salzburger Publikum die Hoffnung groß, quasi aus erster Hand Aufschlüsse über die vom Autor intendierte Interpretation zu erhalten: „Wie war das denn damals?“
Esrig beschreibt Beckett als einen sehr offenen Menschen, der sich bezüglich des Godot jedoch geheimnisvoll gab und seine "Botschaft" nicht preis gab. Esrigs damalige Interpretation traf den Kern wohl eher nicht: Er habe Beckett seine Metapher vom alten Testament für das Gespann Wladimir und Estragon erzählt. Beckett sei zwar amüsiert gewesen über die genauen Vorstellungen des Theaterregisseurs, aber gewiss nicht überzeugt: „Sie wissen aber schon, dass ich ein Drama geschrieben habe?“
Die Hoffnung auf neue Erkenntnisse erfüllte sich also auch aus Anlass des "Beckett-Tages" im Literaturhaus nicht. Vielmehr wurde – zum wievielten Mal eigentlich? – bestätigt: Samuel Beckett war zu keinem Zeitpunkt bereit, Interpretationshilfen anzubieten.
David Esrig und seine Studierenden gaben im Literaturhaus Einblick in ihre aktuelle Arbeit am Godot. Die Schauspieler saßen bei, neben und auf einem Tisch. Gelegentlich wurde dieser trotz seiner sehr geringen Fläche auch beturnt. Direkte Rückschlüsse auf die fertige Produktion konnten nur bedingt gezogen werden. Esrig erhellte immerhin die Ausführungen der Schauspieler nach jedem Akt.
David Esrig, geboren 1935 in Haifa, rumänischer Regisseur, siedelte nach seiner Habilitation an der Bukarester Theater- und Filmuniversität 1973 nach Deutschland. Er war Schauspieldirektor am Nationaltheater Bukarest, am Stadttheater Bern und am Stadttheater Essen. 1995 gründete er die Athanor Akademie für Darstellende Kunst in Burghausen, eine Akademie für Schauspiel und Regie in den Fächern Theater und Film.
7. April 2006
http://www.drehpunktkultur.at/sites/txt06/4txt/5154.htm

„Warten auf Godot“: Die Burghauser Schauspielakademie Athanor eröffnet ihr Beckett-Jahr am 100. Geburtstag des Autors - am 13. April um 19 Uhr - mit einer öffentlichen Probe von „Warten auf Godot“ in voller Ausstattung in der Freundlhalle (Tittmoninger Straße 17). Es gibt eine kurze Einführung in Becketts Welt und eine Vorführung des einzigen von Beckett geschriebenen und von Buster Keaton gespielten Films mit dem Titel „Film“. Weitere öffentliche Proben am 17. und 21. April, je 19 Uhr in der Freundlhalle.
Die Premiere von „Warten auf Godot“ findet am 12. Mai in der Freundlhalle statt. Karten unter der Nummer 08677/610055.
Hommage an Beckett: Am 29. April läuft von 17 bis 24 Uhr in der Freundlhalle ein Exkurs durch Becketts Universum - in Bildern, Ton, Sprache und Film. Weitere Termine werden folgen.
Vor fast zehn Jahren hatte ich bereits die Möglich-keit, einem unglaublichen Schauspielatelier von David Esrig zum Thema Commedia dell´Arte beizuwohnen. Es war also verständlich, dass ich auch diese offene Probe ungeduldig erwartete. Ich habe schnell gemerkt, dass die berühmte, von ihm patentierte Arbeitsmethode, die eigentliche Konstruktion jeder einzelnen Handlungssequenz, diesmal von der Reflexion über einen symbolisch geladenen Text in den Hintergrund gedrängt wird ...
In einer gewissen Weise hat das Warten auf Godot einen wichtigen Abschnitt von Esrigs Existenz begleitet, einen Abschnitt, der sich annährend mit seiner Exilzeit deckt. Ich hoffe mich nicht zu irren, wenn ich behaupte, dass der Regisseur Becketts Stück nach der willkürlichen Verhinderung seiner Aufführung (damals in Rumänien) nicht mehr auf anderen Bühnen zu inszenieren versucht hat (dasselbe gilt auch für Shakespeares Sturm, jener anderen Inszenierung, welche ihm verboten wurde). Er hat aber nie aufgehört, über dieses, wie er es nennt „wichtigste Werk des modernen Theaters“ nachzudenken, über seine Vielzahl von „Themen und Formen, die unserem unruhigen, angegriffenen, terrorisierten Geist entsprechen“.
Auf die Frage, wie sich seine jetzige Sicht von jener unterscheidet, die er vor fast vierzig Jahren inszenieren wollte, hat David Esrig zugegeben: „Sogar das Verbot der Inszenierung Godot hat mein Verständnis für dieses Stück, das ich immer aus einer existentiellen Perspektive betrachtet habe, bereichert.“
Die in Cisnadioara mit Esrig und seinen Schauspielern verbrachten Stunden haben uns Replik für Replik eine der profundesten und intensivsten Lektüren von Godot offenbart, die man sich vorstellen kann. Man könnte sagen eine quasi-theologische Vision, die überzeugend argumentiert und großzügig verdeutlicht wurde mit Auszügen aus der Aufführung, welche uns erst am kommenden Abend präsentiert werden wird, wenn wir den Text über Kopfhörer nicht nur in der Übersetzung des Regisseurs, sondern auch in seiner engagierten, spielerischen, einmaligen Lesart dargeboten bekommen. Für Esrig ist Godot zweifellos „ein sakrales Stück“, das die Beziehung des Menschen zu seiner grundlegenden Hoffnung, der Erlösung, untersucht, und in dieser Perspektive muß – wie es auch die Aufführung in maximaler Klarheit zeigt – Lucky (von Manfred Antesberger bewundernswert, bis zur Selbstvergessenheit interpretiert) als die zentrale dramatische Figur verstanden werden. Aber hier konzentriert sich nicht nur „die Sehnsucht nach einem existierenden Gott, nach einem realen Gegenstand unseres Glaubens“, sondern gleichzeitig auch die ganze (Kafkas verwandte) „Grausamkeit“ Becketts, in welcher er die unbequemsten Wahrheiten über das menschliche Wesen zum Ausdruck bringt, sein uneingeschränktes Misstrauen bezüglich der Illusionen, die sich jenes menschliche Wesen bildet.
Die Beziehung zwischen den beiden „Pennern“ wird durch den Blickwinkel ihres ständigen Pendelns zwischen der höheren und der elenden Dimension der menschlichen Natur betrachtet. „Bei Beckett“, behauptet Esrig, „stehen die kleinen Dinge stets in Verbindung mit den grundlegenden. Zwischen dem Problem zu urinieren und dem der Erlösung ist ein Abstand von nur wenigen Repliken“, was dann aus Godot eine wahrhaft „lächerliche Tragödie“ macht.
... Ich weiß nicht, ob es hier möglich ist, alle denkwürdigen Formulierungen, wiederzugeben, die legendäre Fähigkeit von Professor Esrig, die feinsten Artikulationen auch der schwierigsten Partituren (wie es dieses Kultwerk der Moderne ist) erfahrbar zu machen. Die Lektion in Cisnadioara endete unter dem (Zeit-) Druck einer anderen Godot-Aufführung, der von Silviu Purcarete. Das „Beckett-Jahr“ umringte uns von allen Seiten, gönnte uns aber auch, Godot dort zu erblicken, wo wir nie geglaubt hätten, auf ihn warten zu dürfen: im Inneren einer Kirche aus dem dem Jahre 1200.
Andreea Dumitru THEATER HEUTE THEATERzeitschrift • Juli- August - September 2006 • Bukarest
In der offenen Probe spricht David Esrig ruhig, ausgeglichen, aber energisch über Godot. Seine Rede ist streng geordnet, aber voller faszinierender Deutungen. Diese haben, lange durchdacht, bereits ihre Klarheit gewonnen... Die Schauspieler proben. Der Regisseur unterbricht sie von Zeit zu Zeit, wählt die relevantesten Szenen aus, spricht über den ungeheuren Kampf der Figuren, sich zu erinnern, was einen Tag zuvor geschehen ist, ein Kampf, der sie erschöpft, sie aber hellhörig macht für die toten Stimmen ...Wladimir kann nicht verstehen, weshalb die Toten über ihr vergangenes Leben reden. Ja!... sagt Esrig, Reicht es ihnen nicht, gelebt zu haben? Mehr noch: reicht es ihnen nicht, end-lich tot zu sein? Und, falls sie tot sind, werden sie die diesseitige Misere also auch nicht los? Endet diese niemals? ...Dann geht es weiter mit Übungen zu den Übergängen zwischen Burleske und Tragik, mit der Bestimmung der Symmetrien zwischen dem ersten und dem zweiten Akt, deren Ähnlichkeit auch die subtilen Unterschiede deutlicher erkennen lässt, um dann schließlich zu dem Beinhaus zu gelangen, das in unserem Schädel nistet: Es sind nur lauter tote Knochen aus getätigten Gedanken. Über all diese Elemente spannt Esrig die ruhige Perspektive der Kohärenz... Während er spricht, nähert er sich einer Balkenkonstruktion in der Bühnenmitte, die den Eindruck von Instabilität und Unausgeglichenheit betont. Eine komplizierte Spirale, ohne volle Formen, mit Löchern und gebrochenen Spannungsbögen, zwischen welchen sich die Figuren leicht verlieren. Die Idee des Beinhauses, des richtungslosen Denkens, der mangelnden Stützen fürs Gleichgewicht, ist auch dem von Esrig konzipierten Raum abzulesen. Die Repliken der Figuren entfalten sich in Übereinstimmung mit dem Raum: wenn die Rede anschwillt, erklimmen die Protagonisten die Planken der Bühnenmitte; wenn sie abstürzt, fallen sie hinunter, wenn sie nach unten blicken, hören Sie aus den darunter liegenden Ebenen die toten Stimmen. Die Darsteller stolpern über das Bühnenbild oder verstecken sich darunter. Zwischen diesen gebrochenen Linien ist die Welt der Figuren umschrieben, von allen Seiten sichtbar, insbesondere wenn die Bühne sich dreht und der Regisseur wieder mit den Perspektiven spielt. Es ist ein Abend von drei Interaktiven Aufführungen, unterbrochen und erläutert vom Regisseur. Dazu kamen noch zwei vollständige Aufführungen. Das zahlreiche Publikum erlebt also Esrigs Absicht um die Öde und Leere nicht durch Monotonie im Spiel, sondern durch "Fleiß" und Dynamik darzustellen...
Cristina Rusiecki Adevârul literar&artistic • 29. 11. 2006
Zu Workshops geht man gewöhnlich, um dem Lebenslauf einen Unterpunkt hinzufügen zu können. Als Institution organisiert man einen Workshop, um eine weitere Leistung nachweisen zu können, für die man sicher eine Finanzierung bekommt (das ist gängig in der Kulturpolitik). Dass die soeben genannten „Regeln“ nicht unumstößlich sind, bewies die Werkstatt „Die Spielpartitur: die Handlung hinter den Worten“, organisiert vom Jugendtheater „Metropolis“ (das ehemalige Theatrum Mundi), im Rahmen der Veranstaltung David Esrig und die Avantgarde im Theater.
Es meldeten sich viele Teilnehmer an - meist Schauspieler -,und jeden Tag kamen einige hinzu.
Teilnehmende Schauspieler wie Zuschauer waren begeistert von
Regisseur David Esrigs Arbeitsweise.
Seine Vorschläge waren so einfach und so natürlich – und vermut-lich genau deshalb so schwer zu entdecken. Mich beeindruckten in erster Linie die Bescheidenheit des Regisseurs und Menschen David Esrig, die Feinheit, die Sanftheit seiner Arbeit mit jedem ein
zelnen Schauspieler – praktisch mit dem überfüllten Saal.
Es hat mich an meinen Professor Valeriu Moisescu erinnert.
Im Saal saßen etwa vier Regisseure. Bühnenbildner, Choreographen, Dramaturgen und Übersetzer habe ich nicht gesehen.
Schade. Da wäre etwas zu lernen gewesen. Im Rahmen der gleichen Veranstaltung gab es fünf Vorstellungen mit „Warten auf Godot“ (Athanor Theater München), in David Esrigs Regie. Es war eine Lehrstunde in Sachen Theater und fürs Leben.
Jeder konnte etwas mitnehmen. Jeder hat etwas begriffen und sieht sein Leben jetzt mit anderen Augen. Man konnte nicht unbeeindruckt bleiben von der Bescheidenheit dieses großen Regisseurs, von der Feinheit und dem Geschick seiner Arbeit mit jedem Schauspieler.
Einfache Dinge, an die die wenigsten von uns gedacht hätten.
Carmen Vioreanu / Voicu Radescu
Teatru/Dezember 2006
deutsche Übersetzung weiter unten:
"Simpla rostire si, implicit, auzire a unui text pe scena nu inseamna act artistic", a spus regizorul David Esrig la una dintre intilnirile din cadrul workshop-ului tinut in perioada 19-26 noiembrie la Teatrul Metropolis din Bucuresti. Tema acestuia a fost "Partitura de joc: actiunea din spatele cuvintelor". David Esrig s-a concentrat pe dimensiunea verticala a textului, pe sectionarea lui in etaje de actiuni si detalii interdependente, pe compartimentarea fiecarei strategii interpretative in subclase de intentii etc. Monologurile pe care actorii le-au prezentat au fost disecate pina la ultima celula dramatica. Accentul a fost pus de fiecare data pe ceea ce, fara sa rosteasca, actorul exprima tensional prin joc. David Esrig propune un sistem de gindire textual-dramatica, functionind pe principiul papusii rusesti. Nici un conflict nu se poate structura dintr-odata. El evolueaza in etape si trece peste praguri de coliziune, peste acumulari si declicuri. Conflictul patent are intotdeauna straturi latente. Pentru Esrig, aceasta latenta merita cea mai mare atentie. Rostirea unei replici este precedata de un proces mental complex, pe parcursul caruia actorul trebuie sa-si definitiveze telul. Important este sa constientizezi ce spui, pentru ca, automat, vei constientiza ce joci. Si aici, de fapt, este marea problema de abordare din teatrul romanesc. De cele mai multe ori, actorii nu realizeaza semnificatia subterana a textului si atunci nu fac decit sa redea cuvinte. Le frazeaza arbitrar, liniar, expozitiv. Actorii nu stiu ce spun, nu au in minte drumul inainte si inapoi al rolului. Joaca pe loc, citesc izolat propriul rol. Tea-trul nu este, evident, permutarea paginii pe scena. Este un complex de sensuri dramatice care, daca nu depasesc nivelul pur literal (pe care il voi numi de rostire propriu-zisa a textului, lexical, si nu sintactic) tin de o simpla lectura. Latura informationala a oricarui text devine ineficienta si insuficienta daca nu e deschisa dramatic, daca nu i se gaseste contrastul relevant. Aria concretului, pe care teatrul o cere cu maxima pregnanta, vizeaza tocmai abilitatea de a vitaliza un personaj, de a-i da consistenta, printr-o suma de contexte, aici si acum. De a-i intercepta toate inflexiunile paradoxale. Cuvintul in teatru poate fi, in acelasi timp, salvator si criminal. Salvator daca e personalizat intr-o situatie dramatica si criminal daca e doar verbalizat fara nici o intensitate de relatie. Ceea ce instituie David Esrig este o practica de lucru care vine din decriptarea implicatiilor de adincime ale textului. Regizorul le cere actorilor sa puna in prim-plan doua notiuni fundamentale, pe care le accentua si Declan Donnellan in cartea sa Actorul si tinta. Reguli si instrumente pentru jocul teatral (Unitext, Bucuresti, 2005). Este vorba de tinta si de intentie. Fara ele, semnificatiile se dilueaza. Or, pe Esrig, ca si pe Donnellan, il preocupa transformarea actului teatral in act existential. "Tot ceea ce putem fi invatati despre actorie sint negatiile duble. Cu alte cuvinte, putem fi invatati cum sa nu ne blocam instinctul na
tural de a juca roluri asa cum putem fi invatati cum sa nu ne blocam instinctul natural de a respira", afirma Donnellan.
Mihaela Michailov, Suplementul de Cultura, 2.-8. Dezember 2006
deutsche Übersetzung:
„Das einfache Sprechen und, implizit, Hören eines Textes auf der Bühne ist kein künstlerischer Akt“, so Regisseur David Esrig bei einer der Begegnungen im Rahmen des Workshops, der vom 19. bis zum 26. November im Bukarester Metropolis-Theater stattfand. Sein Thema: Die Spielpartitur: die Handlung hinter den Worten. David Esrig konzentrierte sich auf die vertikale Dimension des Textes, auf seine Unterteilung in einander bedingende Ebenen der Handlung und der Details, auf die Unterteilung jeder darstellenden Strategie in Unterabschnitte von Absichten usw. Die von den Schauspielern gezeigten Monologe wurden auseinander genommen bis hin zum kleinsten dramatischen Zellkern. Herausgearbeitet wurde jedes Mal das, was der Schauspieler,
ohne zu sprechen, als Spiel-Absicht ausdrückte.
David Esrig schlägt eine textuell-dramatische Herangehenweise vor, die etwa nach dem Prinzip der russischen Matrioscha-Puppen funktioniert. Kein Konflikt kann im ersten Anlauf strukturiert werden. Er entwickelt sich in Etappen und erfährt Schwellen der Kollision, Verdichtungen und Antöße. Der offensichtliche Konflikt hat immer latente Schichten. Diese Latenz verdient in Esrigs Augen größtmögliche Aufmerksamkeit.. Dem Aussprechen einer Replik geht ein komplexer mentaler Prozess voran, in dessen Ver
lauf der Schauspieler seine Absicht bestimmen muss. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, was man spricht, da man sich so, automatisch, bewusst macht, was man spielt. Und hier liegt im Grunde das große Problem des rumänischen Theaters. Meist ist den Schauspielern die unterschwellige Bedeutung des Textes nicht klar, so dass sie nichts als Worte wiedergeben. Sie phrasieren willkürlich, linear, äußerlich. Die Schauspieler wissen nicht, was sie eigentlich sagen, überblicken Beginn und Verlauf der Rolle nicht. Sie spielen auf der Stelle, lesen ihre Rolle isoliert. Es ist klar, dass das Theater nicht einfach die Übertragung der gedruckten Seite auf die Bühne ist. Es ist ein Komplex dramatischer Sinnschichten, und wenn das rein buchstabengetreue Niveau nicht überwunden wird (das ich reines Text-Sprechen nennen werde, lexikalischer und nicht syntaktischer Art), so handelt es sich um schlichte Lektüre. Der Informationsgehalt eines Textes wird ineffizient und ungenügend, wenn er nicht dramatisch erhellt, wenn sein relevanter Kontrast nicht entdeckt wird. Der Bereich des Konkreten, nach dem das Theater in maximaler Prägnanz verlangt, bezieht sich genau auf die Fähigkeit, einer Figur mittels einer Vielfalt von Kontexten, hier und jetzt, Leben und Konsistenz zu geben, alle ih-re paradoxen Brechungen aufzunehmen. Sprache auf der Bühne kann rettend sein, aber auch tödlich. Rettend ist sie, wenn sie Gestalt gewinnt innerhalb einer dramatischen Situation und tödlich, wenn sie bloß beziehungslos erklingt. Was David Esrig vorführt, ist eine Arbeitsweise, die auf der Offenlegung der Tiefenimplikationen eines Textes beruht. Der Regisseur verlangt von den Schauspielern, zwei fundamentale Begriffe in den Vordergrund zu stellen <…>: Absicht und Ziel. Fehlen sie, verschwimmt alles. Nun beschäftigt Esrig <…> die Transformation des theatralen Akts in einen existenziellen Akt.
Tricolorul.
articol de: Grid Modorcea
Piesa Asteptîndu-l pe Godot, ne învata David Esrig, este un"strigat de deznadejde, în care tragicul si comicul alterneaza pentru a desavîrsi opera dureroasa a deziluzionarii". Lucrul cu actorii, în lectiile practice pe care marele regizor le face la Teatrul Metropolis, se desfasoara tocmai în acest spirit. Analiza minutioasa a textului, a replicii, este sustinuta de o viziune bazata pe o filosofie a luciditatii. Esrig a gasit în piesa lui Beckett suportul literar pentru un comportament existential fara iluzii. Este concluzia la care au ajuns si Caragiale, si Eugen Ionescu, si Sartre, dar si filosofii budisti, anume ca la capatul existentei te apuca rîsul. Noi nu sîntem atît de importanti, cum credem, ne spune Esrig, iar în aceasta lume absurda oamenii apar"înduiosatori de ridicoli". Precum"caraghiosii normali" ai lui Cehov. Esrig pare convins ca"universul nu are nevoie de noi". Este o filosofie de viata pe care am întîlnit-o numai în Israel si pe care o descriu pe larg în romanul Mesalina. Si aceasta filosofie rezulta din analiza piesei lui Beckett, despre care un mare exeget beckettian, citat de Esrig, spune ca exprima nostalgia sacrului. Numai existenta sacrului ar salva lumea de la dezastru, de la derizoriu. Dar exista oare sacrul cu adevarat? Nu avem oare doar nostalgia lui? Si Godot, daca exista, va veni? De ce sa vina? O meritam? Cu ce i-am cîstigat noi bunavointa? Unei posibile certitudini, care se va dovedi iluzorie, i se opune un sir continuu de incertitudini: faptele scenice, ceea ce fac si spun protagonistii. Aici e marea lectie, marele secret al alchimiei scenice, cum transmit actorii o asemenea filosofie de viata! Piesa, le spune regizorul, este extrem de bogata în semnificatii, în sugestii. Sa vedem ce intentii se ascund în spatele cuvintelor. Scormonind, dai de un fel de dementa a amanuntelor, care declanseaza în personaje o agitatie continua. Aceasta observatie nu se reflecta în spectacolele lui Purcarete, Dabija sau Tompa, dimpotriva, acolo avem o lume asezata, clovneasca, pusa pe brimade, de parca n-ar avea griji, ci doar repere certe. Esrig, în schimb, considera ca terenul pe care se afla personajele lui Beckett este minat, este nesigur. Iar aceasta nesiguranta este data de"precaritatea cunostintelor lor". Ele sînt într-o continua deruta, traiesc într-o nostalgie sacrala sau, cum ar zice românul, dor sacral. Si David Esrig o ia cu demonstratia meticulos, pe bucatele. De pilda, scena cînd Vladimir (Didi) vrea sa stie daca exista un precedent, daca unul din cei doi tîlhari rastigniti o data cu Christos a fost mîntuit. Si actorii joaca scena, începînd cu întrebarea lui Didi:"Tu ai citit Biblia? Îti aduci aminte de psalmi?" si Estragon (Gogo) îi raspunde:"Îmi aduc aminte de harti". Si evoca Marea Moarta, spunînd ca"mi se facea sete numai si cînd o vedeam", desi ea e saramura! Esrig le explica actorilor ca aceasta scena este ca un arc cu mai multe praguri, ca personajele au fost construite în spiritul trecerii de la un prag la altul. Marile probleme se amesteca tot timpul cu fleacuri. Didi vorbeste de sacru, vrea sa aiba certitudinea ca unul din cei doi tîlhari a fost mîntuit, iar Gogo e preocupat de cuiul pe care l-a gasit într-o gheata. Didi nu poate sa-si urmeze analiza, fiindca Gogo mereu îl abate din drum. De pilda, cînd Didi spune ca unul din tîlhari a fost afurisit, iar celalalt mîntuit de"Mîntuitorul nostru...", Gogo zice:&uot;Care al nostru"? Didi întareste pragul lui Gogo în momentul cînd ajunge la concluzia:"Nu ne ramîne decît sa rînjim". O expresie în spirit budist. Dar Didi continua sa se întrebe cum se face ca doar unul din cei patru evanghelisti povesteste de un tîlhar mîntuit. Prin asta, le spune Esrig actorilor, Beckett vrea sa arate naivitatea personajelor, fiindca ele nu stiu ca evanghelistii n-au fost martori oculari la întîmplarile Mîntuitorului, ci au prelucrat traditii orale. Estetica lui Esrig cuprinde dualitatea numita de el figuri active si figuri reactive. Precum sînt actiunea cu evanghelistii si actiunea cu gheata. Didi este personajul activ, iar Gogo, personajul pasiv. Cîstiga cel din urma, caci Didi îsi pierde si ultimul argument cînd Gogo zice:"Hai sa plecam de aici!" si dintr-odata incertitudinea devine fundamentala. Asa e construita piesa, din praguri sau obstructiuni, cum ar zice Lars von Trier, care despart certitudinea de incertitudine. Didi vrea sa se mîntuie, iar Gogo decide: Hai sa ne caram de-aici! Dar nu putem. De ce? Pentru ca noi asteptam. Îl asteptam pe Godot. La copac. Ce fel de copac o fi acesta? Nu stiu. Unde îi sînt frunzele? Nu stiu. E un copac. Un copacel. Un tufis... Asa se desfasoara dialogul dintre cei doi. Exista o tensiune între ei. Didi vrea sa dea un sens vietii lui, Gogo e însa mai sceptic, caci pentru el oamenii sînt"o adunatura de idioti". Si scena culmineaza cu un nou prag, cînd el zice:"Ia sa mai tacem putin!". Nov 2006
articol de: Grid Modorcea
Piesa Asteptîndu-l pe Godot, ne spune David Esrig, în sirul de lectii de la Teatrul Metropolis, e compusa din mai multe arcuri, care contin mai multe praguri, pe care personajele trebuie sa le treaca sau nu. Cînd un arc se închide, altul se deschide. Cînd Estragon (Gogo) decide sa nu mai vorbeasca, fiindca el si Vladimir (Didi) au vorbit destul si inutil, caci de 50 de ani sporovaiesc si Godot tot nu mai vine, se deschide un nou arc, enorm, prin aparitia lui Pozzo si Lucky. Gogo si Didi îl asteapta pe Godot si vine Pozzo. Pozzo cu hamalul sau, Lucky. Si Gogo spune ca a cunoscut o familie Gozzo. Dar pe mine nu ma cheama Gozzo, ci Pozzo, zice Pozzo. Si începe o încurcatura de nume. Si ce nume! Gogo, Pozzo, Gozzo, Didi si... Dodi, cum îi zic Marin Moraru si Gheorghe Dinica lui David Esrig, probabil o porecla de pe vremea cînd lucrau împreuna, în 1969, la montarea acestei piese pe scena teatrului "Bulandra". Urmeaza o demonstratie de forta a lui Pozzo, care, evident, esueaza. Ca în viata. Ne facem o mie de probleme acolo unde nu prea sînt. Pozzo vrea sa-i cîstige simpatia lui Didi, iar Gogo are o curiozitate neasteptata pentru Lucky. Cel slab este întotdeauna simpatizat. Dupa cum si reciproca e valabila: oamenii nu vor sa fie îndatorati. Si uneori ajung chiar sa te si urasca pentru ca i-ai ajutat. Asta e situatia care trebuie jucata. Esrig le face întîi actorilor filosofia scenei, apoi le da indicatiile de miscare si de ton. Esential pentru el este ca ei sa înteleaga ce fac, despre ce este vorba în scena, dar nu la suprafata ei, ci dincolo de cuvinte, în subtext. Divinitatea, le spune el, este importanta pentru oameni, dar se pare ca si oamenii sînt importanti pentru divinitate. Aici e cheia întelegerii teatrului. Teatrul se petrece în prezent. Noi sîntem martori la evenimentele din fata ochilor. Si ce dezvoltare capata actiunea lui Pozzo dupa ce trece un prag - ostilitatea lui Didi, ajungînd în vîrful unuia din drumurile încrucisate ale decorului, sprijinit de Lucky prin funia care îi leaga, spunînd: "Probabil ca nu sînt prea uman! Dar cine e?". Si Pozzo e un fel de filosof, ca si Didi, ca si Gogo. Toti filosofeaza, însa nu e o filosofie utopica, poetica, asa cum se întîmpla la Cehov, ci o filosofie existentialista, pe care Gogo o rezuma în întrebarea laitmotiv legata de Lucky: "De ce nu lasa, domnule, bagajele jos?", întrebare pe care o strecoara printre reflectarile lui Pozzo, de genul: "De la cea mai neînsemnata creatura înveti cîte ceva!". Ba Pozzo mai spune ceva memorabil: "Sa nu ne vorbim de rau epoca noastra, fiindca nu e mai nenorocita decît celelalte de dinaintea ei. Cînd într-un loc cineva înceteaza sa plînga, în alt loc altul începe sa plînga. Si cu rîsul e la fel. Asa a fost întotdeauna". Acesta este aspectul dureros al întîlnirii celor doua cupluri, le spune Esrig actorilor. Gogo pune întrebarea cu bagajele de cinci ori, dar Pozzo se face ca nu aude. Îi preocupa altceva: pestele pe care îl are în buzunar si pe care îl scoate, facîndu-l pe Gogo sa saliveze, întinzînd spre el, ca un paranghelist, palaria, dar este refuzat. De ce? Nu stim. Terenul e alunecos, miscarea logica e antitetica, detaliile mentin starea de deruta, de ambiguitate. Întrebarea din subtext e aceasta, le explica Esrig: Reprezinta oare acest cuplu Pozzo - Lucky divinitatea? Nu mai stim cine sîntem. Sîntem oare dupa chipul si asemanarea divinitatii? Nu stim. Si Esrig îi introduce astfel pe actori într-o scena care urmeaza ritmurile biologice ale omenescului. Pozzo spune: "Curînd împlinesc 60 de ani. Curînd. Dar lînga el, lînga clucul meu, întineresc". Cluc? Ce e aia cluc?, întreaba Gogo. Înainte se numeau bufoni, îi explica Pozzo. Azi avem cluci, au cei care îsi pot permite! Dar Gogo si Didi nu-l mai asculta. Casca. Beckett descrie aici un amurg. Am asistat la un arc enorm, explica Esrig, care se termina cu constatarea lui Pozzo ca nu a reusit decît sa-i plictiseasca pe Gogo si Didi. Si Beckett pare sa ne întrebe: Ce e real si ce e jucat în aceasta poveste? Se cladesc posibilitati, certitudini, ca apoi sa vina reversul lor. E. Dar daca nu e? O existenta fluida, miscatoare, care devine si mai miscatoare prin deschiderea unui nou arc, prin aparitia Baiatului, care nu stie daca cei din fata lui, Gogo si Didi, nu sînt cei care abia au iesit, Pozzo si Lucky, cu care s-a întîlnit pe drum. Nu, noi nu sîntem ei. Ceilalti l-au înfricosat pe Baiat, dar confuzia persista, trece un nou prag, atunci cînd el îi anunta pe Gogo si Didi ca Godot nu mai vine azi, dar ca mîine va veni, negresit. Aici, spune Esrig, în aceste cuvinte, se afla baza sperantei si a nefericirii noastre. Baza este incertitudinea si lumea într-o continua schimbare. Si nimeni nu stie cum va arata ziua de mîine. La urma urmei, nu e vorba de a întelege, ci de a simti realitatile, de a le trai.
(Sfîrsit) Nov 2006
articol de: Grid Modorcea
David Esrig este omul de teatru total, de la care am învatat cel mai mult. De cînd eram student si pîna azi, cînd Teatrul Metropolis îsi inaugureaza destinul cu el, invitîndu-l, la initiativa teatrologului Ludmila Patlanjoglu, sa tina o lectie practica despre avangarda în teatru, David Esrig continua sa ma învete, revelîndu-mi-se ca o universitate vie, ca o personalitate care îmbina argumentele teoretice cu demonstratiile practice într-o fervoare sui-generis, ce transforma omul într-un fel de Prospero care îmblînzeste duhurile. Însasi fiinta sa este vesnic întrebatoare, ca un spiridus neastîmparat, ce te provoaca mereu, te socheaza, te nelinisteste. Universitatea Esrig este o scoala despre om, din ea înveti sa te cauti, sa te cunosti mai bine, sa te raportezi mai exact la ceilalti, sa încerci mai ales sa te mîntuiesti, desi caile Domnului sînt foarte încurcate, ca decorul din Asteptîndu-l pe Godot, mai multe drumuri pe o scena turnanta! Nu întîmplator filosofia sa de viata, de natura existentialista, si-a gasit cel mai bine suportul de manifestare în piesa lui Samuel Beckett, a carei prima montare i-a fost scoasa din repetitii în 1969 la Teatrul "Bulandra", dar pe care avea s-o repuna în Germania, la Athanor Theater, si sa colinde cu acest spectacol lumea. În viziunea de azi nu mai recunosc vechea viziune, caci mi-amintesc ca ma strecuram în sala "Bulandrei" si urmaream repetitiile, cu Dinica si Moraru, cautînd miracolul în jurul unui copac uscat, care înverzeste peste noapte. Pe atunci ma nasteam si eu ca dramaturg si îmi montam o piesa, Oul-om, inspirata de versurile lui Ion Barbu, la Facultatea de matematica, unde eram coleg cu Zoia Ceausescu, care îmi crease toate conditiile pentru aceasta montare si îmi satisfacea toate capriciile, cum ar fi ideea mea nastrusnica sa fac spectacolul în decorurile Nepotului lui Rameau, faimoasa montare a lui Esrig, care în acea vreme facea istorie. Atunci l-am cunoscut în carne si oase. Avea o înfatisare de Othello, cu parul negru ca taciunele si cret, masliniu la fata, cu ochii radiind din strafunduri. Nu stiu ce-o fi fost în sufletul sau cînd a fost nevoit sa-mi împrumute Oglinzile lui Rameau pentru cîteva zile, dar mai tîrziu, cînd am devenit student la IATC, avea sa-mi moseasca textele, sa fie cel care mi-a îndrumat si încurajat primii pasi în "alchimia secreta a scenei". Unul dintre studentii sai cei mai buni, Iulian Visa, avea sa-si dea examenul de stat cu piesa mea Play-Seneca, iar cînd i-am înfatisat lui David Esrig o noua piesa, Lantul, a propus-o imediat Teatrului National din Bucuresti, spunîndu-i lui Florian Nicolau, secretarul literar, "Va aduc piesa unui ŤMrozek al teatrului românescť". Asa de mult îmi aprecia piesele, încît la spectacolul sau de la TNB, Trei gemeni venetieni, m-a luat ca asistent, poate într-o zi voi publica tot jurnalul repetitiilor! Dupa ce David Esrig a emigrat în Germania, n-am mai avut decît ecouri despre munca sa, ca în ultimii ani sa-l reîntîlnesc tot mai des în spatiul teatral românesc, la Bucuresti, Sibiu sau Craiova, unde este invitat sa-si daruiasca stiinta, sa faca ingineria sufletului uman cu iluzii scenice. Si lectia de la Metropolis este în acest spirit, revelîndu-ne secretul capodoperei. Analiza existentiala pe care o face David Esrig piesei lui Beckett ne dezvaluie si enorma distanta care exista între montarea sa si înscenarile aceleiasi piese existente în acest moment în România, datorate lui Silviu Purcarete (la Sibiu), Alexandru Dabija (la Brasov) si Tompa Gabor (la Sfîntu Gheorghe). Cît de schematice par acestea fata de incredibila alchimie umana revelata în spectacolul de la Athanor Theater, în care actorii, multinationali, sînt ca de pe alta planeta! De ce? Fiindca motivatiile lor au încarcatura unei filosofii de viata nemaiîntîlnite, descatusatoare de noi energii, aplicata de David Esrig la nivelul unei duble tesaturi, biblice si cotidiene, sacre si profane. Parca descoperim alta piesa, cu alte personaje, cu alte relatii între ele, atunci cînd acest mag al scenei ne dezvaluie drumul de la eu la text, de la text la personaj (actor) si de la personaj la spectator. Vom reveni cu alchimia secreta a acestui spectacol.
(c) Tricolorul Nov 2006
http://www.ziarultricolorul.ro/articol_print.html?aid=4277
Ieri seară, a căzut cortina peste cea de-a XIII-a ediţie a Festivalului Internaţional de Teatru de la Sibiu. Unul dintre invitaţii de onoare ai festivalului a fost marele regizor David Esrig.
Cea de-a XIII-a ediţie a Festivalului Internaţional de Teatru de la Sibiu s-a dorit o repetiţie generală pentru anul viitor, când frumosul burg medieval va deveni alături de Luxemburg, Capitala Culturală a Europei. Indiscutabil, ediţia din acest an a fost o reuşită. În cele 11 zile de teatru, muzică şi dans, cei peste 2500 de participanţi şi zecile de mii de spectatori au putut vedea 300 de spectacole din 70 de ţări. Cum bine ştie directorul acestui prestigios festival, Constantin Chiriac, "sarea şi piperul" unui astfel de eveniment sunt invitaţii. Şi festivalul nu a dus lipsă de personalităţi marcante ale teatrului european şi mondial de la Tompa Gabor, Randy Gener, George Banu până la Jean Guy Lecat, Yana Ross, Andrei Şerban şi David Esrig. Tânăra generaţie nu a avut fericitul prilej de a-l cunoaşte pe acest mare om de teatru, care este David Esrig. Pentru că de foarte mulţi ani, regizorul şi profesorul Esrig trăieşte şi lucrează în Germania. Adevărul este că istoria modernă a teatrului românesc nu poate fi concepută fără montările de referinţă ale lui David Esrig. În fapt, spectacolele sale ca şi cele ale maestrului Liviu Ciulei, au constituit momentele de cotitură ale spectacologiei româneşti. Se poate vorbi în teatrul românesc despre: perioada dinaintea spectacolului Nepotul lui Rameau, în regia lui David Esrig, cu Gheorghe Dinică şi Marin Moraru şi perioada după Nepotul lui Rameau. Nimic nu mai fost la fel după acel spectacol. S-a schimbat ceva profund în modul de a gândi şi a percepe teatrul, chiar dacă eram în anii întunecaţi ai anilor '70. În Germania, David Esrig a înfiinţat o Academie de Teatru şi Film, "Athanor", recunoscută pe plan european. La Sibiu, David Esrig a venit cu montarea Aşteptându-l pe Godot a Teatrului "Athanor" şi a participat la o conferinţă specială dedicată marelui dramatrug irlandez, inclusă în "Anul Internaţional Beckett". Alături de David Esrig au fost prezenţi regizorii Tompa Gabor, care a prezentat şi el o versiune a piesei beckettiene cu Teatrul "Tamasi Aron" din Sfântu-Gheorghe şi Silviu Purcărete cu acelaşi text pus în scenă la Naţionalul sibian.
6. Mai 2006 http://www.azi.ro/arhive/2006/06/05/daca.htm





WARTEN AUF GODOT von SAMUEL BECKETT